Ein Beitrag von Monica Deters.

Ausgerechnet ICH schreibe eine Kolumne über Entschleunigung? Oh je… ob das gut geht! Normalerweise bin doch ich diejenige, die auf drei Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Ich bin doch diejenige, für die das Wort “Multitasking“ quasi erfunden wurde und die wie Du von morgens bis abends schuftet. Ich bin doch diejenige, die mitten im Hamsterrad steckt. Und wir alle wissen: „Es gibt kein Happy-End im Hamsterrad“. Also, schreibe ich diese Kolumne nicht nur für Dich, sondern dieses Mal auch für mich selbst.

Achtsamkeit hilft Stress abbauen.

Die euphorischen und in der Regel unerfüllbaren Ziele, die wir uns jedes Mal erneut zum Jahreswechsel vornehmen, haben wir doch alle zum Glück spätestens jetzt zur

Jahreshälfte wieder aufgegeben. Jetzt kommen wir zu den Zielen, die uns wirklich wichtig sind und gut tun. Entschleunigung unseres Lebens könnte eines davon sein. Doch es geht nicht darum langsamer zu werden. Ich würde schreien, wenn ich mein Tempo plötzlich verlangsamen sollte. Nein, es geht um Achtsamkeit! Welch ein schönes Wort. Vor uns selbst. Vor der Familie. Vor den Tieren. Vor der Natur. Vor unseren Freunden.

Sechs Monate später war er plötzlich tot.

Dabei muss ich gerade an meinen New Yorker Freund Kevin denken, der vor drei Jahren ganz plötzlich mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist. Er war erst kurz vorher mit mir auf dem legendären Konzert bei mei-nem großen Idol und Vorbild Bruce Springsteen in Mönchengladbach gewesen, als mich der BOSS auf die Bühne geholt und mit mir getanzt hat. Er hat also eines der größten Ereignisse meines Lebens live miterlebt. Und nur ein paar Monate später war er tot. Dieses schockierende Erlebnis hat mich sehr nachdenklich gemacht und an die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben erinnert.

Entschleunigung ist wie ein Tempolimit

Im Straßenverkehr haben wir klare Anweisungen und Regeln. Hier gibt es unmissverständliche Ansagen, wie wir uns verhalten sollen. Tempolimits dienen dabei auch unserem Schutz. Gut, manchmal nervt uns das, aber letztlich gewöhnen wir uns daran. Ich habe mich mittlerweile sogar an die unwichtigste Ampel Deutschlands gewöhnt, die wirklich ewig rot ist und mein morgendliches Autofahrleben mit Aggressionsfantasien zur Hölle gemacht hat. Aber gut… ICH habe mich ihr angepasst. Und vielleicht ist es wirklich keine schlechte Idee, auch für unser Leben eigene Tempolimits und Hinweisschilder zu entwickeln. Uns klare Leitplanken aufzustellen, die es uns leichter machen, nicht über die Stränge zu schlagen. Die unserem Hamsterrad wie im Straßenverkehr leichter und schneller unsere Grenzen aufzeigen. Wir könnten so im Voraus aussuchen und festlegen, was uns gut tut und was nicht. Wir könnten klar herausarbeiten, was uns gefällt und was uns mit guten Gefühlen erfüllt.

Stress-Abbau © Fotolia.com/ Ingo Bartussek

Das Hamsterrad einfach umwerfen

Wir könnten zum Beispiel das sogenannte Hamsterrad symbolisch immer wieder mal umwerfen. So würde es am Boden liegen und nicht mehr unaufhörlich laufen. PAUSEN machen ist das Geheimnis! Es könnte so zwischendurch zu unserem „Wohlfühlrad“ werden, mit einem klaren abgesteckten Rahmen. Aus reinem Selbst-schutz. Rahmen und Grenzen geben uns Sicherheit und Geborgenheit. Wir könnten dieses Rad mit schönen Kissen auspolstern und es uns urgemütlich darin machen. Was ich damit sage möchte… wir können unser Leben selbst und aktiv gestalten. Ich meine damit nicht, alles um- und gar wegzuwerfen. Sondern das, was wir haben, also unserem gegebenen Lebensradius etwas mehr Lebensqualität und Ruhe gönnen. Das wünsche ich Dir (und mir) von Herzen. Wie Du das machst? Mit meinen 5 Tipps für mehr Achtsamkeit:

 

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Tipps für mehr Achtsamkeit und Entschleunigung

1. Gönn Dir die „10-Sekunden-Ruhe“!
Schließ mindestens einmal am Tag, besser öfter nur für 10 Sekunden die Augen. Das reicht in der Regel schon aus, um jeweils einmal tief durchzuatmen, den Nacken zu entlasten und sich selbst kurz wahrzunehmen.

2. Entwickle Dein Tages-Ritual
Nimm die tägliche Körperpflege als Selbstliebe- und Reflektions-Ritual wahr. Das Eincremen könnte so zum „Selbst-Loben“ werden. Was habe ich gut gemacht an diesem Tag? Hier darf aber nur das Gute zum Vorschein kommen. Niemals Selbstkritik! Dies ist Dein persönlicher Achtsamkeits-Moment.

3. Stopp die Stress-Eigen-Dynamik
Geh aktiv raus aus der Hektik, der sinnlosen Hast, dem Gehetzt fühlen, dem Druck und der inneren Unruhe. Ist das alles wirklich notwendig? Blutet jemand? Natürlich bist Du „mehrere Frauen in einer“: Mutter, Hausfrau, Berufstätige, Privatfrau mit Hobbys, Du willst Sport machen, bist Geliebte, Ehefrau, Freundin und willst Dich weiterbilden. Aber bitte nicht alles gleichzeitig. Planen alle für Dich wichtigen Themen im Voraus in einem groben Jahres-, Monats- und Wochenplan. Aber vergiss die PAUSEN nicht!

4. Entrümpel Dein Leben
Entschleunigung bedeutet Reduktion. Das Leben einfacher, leichter und unkomplizierter machen. Auf Dinge verzichten. Aber nur auf etwas, das nicht wirklich notwendig sind. Bügel z.B. keine Geschirrhandtücher mehr. Überprüf im Job alle Tätigkeiten auf Sinnhaftigkeit. Könnten die Kinder nicht endlich mehr Verantwortung und Aufgaben im Haushalt übernehmen?

5. Schaufel Dir einen Tag frei
Keinen Termin haben. Nichts vorhaben. Nicht alles durchplanen. Einfach faul sein. Einen Tag im Pyjama verbringen. Oder vielleicht Laufen gehen? Kraft in der Stille tanken. Muße haben und nur das tun, was Dir gefällt. Na? Wie klingt das? Gönn Dir das!

Alles Liebe,
Monica Deters

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/Kyle Ryan