Ein Beitrag von Nicola Schmidt.

Jetzt ist es endlich Sommer, die Temperaturen spielen (endlich) auch mit und es ist wieder Hochsaison der Stilsünden. Ärgernis oder Belustigung? Ich finde, das ist Ansichtssache, denn viele Menschen wissen nicht, was ihnen steht, wie sie ihre Kleidungsstücke kombinieren und viele Menschen schauen morgens einfach nicht in den Spiegel. Sagte doch letztens eine Kundin: „Ja, das vergesse ich vor Zeitdruck morgens ständig.“

In dieser Saison sind transparente Stoffe sind ja wieder aktuell wie nie. Doch wie gut macht sich im Berufsalltag unter einem hellen Oberteil ein dunkler BH? Was in den Neunziger Jahren hip war, braucht heutzutage noch lange nicht schön und vorteilhaft sein. Offensichtlich machen sich viele Frauen keine Gedanken darüber, wo ihr Gesprächspartner hinschauen soll: ins Gesicht oder auf die Oberweite.

Selbst Moderatoren schrecken vor diesem Stil nicht zurück: Im dritten Programm sah ich vor Kurzem eine Moderatorin mit transparenter roter Bluse. Die Bluse hatte zwei aufgesetzte Brusttaschen und war an dieser Stelle nicht transparent. Unter dieser Bluse trug sie ein Top mit dünnen Trägern in schwarz. Das passte ganz und gar nicht zu ihr, denn die Farben waren viel zu dominant und der transparente Look lenkte von ihrem Gesicht und Persönlichkeit ab. Die aufgesetzten Brusttaschen machten optisch noch mehr Oberweite. Das macht tatsächlich nur Sinn, wenn eine Frau eher wenig Oberweite hat. Da können aufgesetzte Taschen auf der Bluse „mehr“ zaubern. Doch diese Moderatorin hatte eine gut proportionierte Oberweite, da brauchte sie nicht kaschieren.

Gerade im Business ist es wichtig, dass unsere Persönlichkeit im Vordergrund steht und weniger die „schlecht interpretierten“ Modetrends. Dass die transparenten Stoffe Schwitzen nicht verhindern, ist bekannt. Es gibt einen einfachen Trick: statt Chemiefasern besser Seidenstoffe kaufen. Seide hat den Vorteil, dass es an heißen Tagen kühlt und an kühlen Tagen wärmt. Damit keine hellen Schweißflecken unter den Armen entstehen, mit Achselpads vorbeugen. Es gibt Achselpads zum Einkleben und welche aus Stoff, die mit Nadeln befestigt werden. Diese Stoff-Exemplare können übrigens auch gewaschen werden.

Stil © Fotolia/aleshin

Dunkler String oder Slip, der unter weißer Sommerjeans hervorleuchtet, das hatte ich letztens gesehen. Nein, Denim-Stoffe sind eben nicht dick genug, so dass sie alle Farben darunter „schlucken“. Da kommt das ein oder andere Malheur eben zum Vorschein. Morgens reicht der flüchtige Blick in den Spiegel nicht aus, denn schnell übersehen wir dadurch manchen Patzer. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt nudefarbene nahtlose Dessous, da malt sich nichts mehr ab. Schließlich wollen wir uns ja den ganzen Tag und auch Abends sicher fühlen, oder?
Leinen ist ein beliebter Sommerstoff. Allerdings für die Freizeit. Warum? Sicherlich kennen Sie den Spruch: ‘Leinen knittert edel‘. Wenn wir ein Leinen-Outfit anziehen, ist es in wenigen Minuten zerknittert. Fragen Sie sich: Wie möchten Sie im Business wirken und wahrgenommen werden? Etwa zerknittert? Auch eine Beimischung von Baumwolle lässt den Knittereffekt nicht wirklich reduzieren.

 

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Das Raubkatzenthema ist für die Freizeit gedacht. Es passt einfach nicht ins Berufsleben, erst recht nicht, wenn wir es mit Kunden zu tun haben. Auch wenn Akquise und die Jagd nach Umsatz manchmal einer Safari ähnelt, brauchen wir das im Outfit nicht auch noch zu betonen. Weniger ist mehr! Optimal sind immer unifarbene Outfits. Erstens lassen sie sich vielfältig kombinieren und zweitens sind sie langlebiger, da sie die kurzen saisonalen Trends verkörpern.

Die tiefen Ausschnitte der bunten Sommerkleider offenbaren manchmal das Brustbein. Das lässt tatsächlich tief blicken. Überlegen Sie sich, wie Sie wahrgenommen werden möchten. Soll Ihr Gegenüber im Business Ihnen auf’s Dekolleté oder ins Gesicht schauen? An heißen Tagen passen genauso gut Rundhals- oder U-Boot-Ausschnitte. Was besser aussieht, hängt von den Proportionen ab. Die Maxiröcke mit Schlitz bis zum Oberschenkel gehören auch nicht in den Berufsalltag. Business ist nicht der rote Teppich. Optimalerweise sollte die Rocklänge im Business am besten an der Stelle enden, wo das Bein in Kniegegend am schmalsten ist.

Sexy Stilettos oder Peep Toes passen am besten zu schicken Abendveranstaltungen. Viele Frauen wundern sich, dass sie beruflich nicht vorwärts kommen. Tatsächlich hängt das oft mit einem Outfit zusammen, das zu sexy wirkt. Sex sells – ja, allerdings nicht im Berufsleben.

Doch keine Angst: Deshalb brauchen wir nicht wie graue Mäuse wirken. Solange die Schnitte modern und typgerecht sind und die Farben hundertprozentig zu Ihnen passen, werden Sie klar und noch kompetenter wahrgenommen werden. So zeigen Sie Klarheit mit Stil.

Ihre Wirkungsverstärkerin

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/freestocks.org