Ein Beitrag von Monica Deters.

Das einzige, was der „liebe Gott“ gerecht verteilt hat, ist die Zeit. Jeder Mensch auf dieser Welt hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Ob er nun will, oder nicht. Daran kann und will auch die Bundeskanzlerin nichts ändern. Wie sich jeder seine Lebenszeit gestaltet oder nutzt ist jedoch einzig ihm selbst überlassen. Es gibt Menschen, die proppen sich den Tag bis zum Umfallen zu oder haben gar keine andere Chance, als dass über ihre Zeit bestimmt wird. Sie lassen sich den Tag vollstopfen und somit völlig fremdbestimmen.

Oftmals bekommen wir das gar nicht richtig mit, da es ein schleichender Prozess ist. Irgendwie wird immer alles mehr. Und oft vergessen wir dabei, dass wenn es auf der einen Seite immer etwas mehr gibt, es auf der anderen Seite auch immer etwas weniger geben muss. Schon haben wir den Salat und wir kommen immer mehr ins reagieren, statt aktiv zu agieren. Und tataa, hier ist es, das wohlbekannte Hamsterrad. Doch Du weißt ja: Es gibt kein Happy-End im Hamsterrad.

Leichtigkeit ist Einstellungssache!

Leichtigkeit ist eine innere Haltung. Wir alleine entscheiden, ob unser Leben leicht oder schwer ist. Eine gewagte These, ich weiß, denn nicht immer haben wir Einfluss auf die Umstände, in denen wir uns bewegen. Dennoch glaube ich, dass wir mit kleinen Minischritten eine Menge in unserem Alltag bewegen können. Mir geht es darum, dass Du Dein Leben zumindest „gefühlt“ leichter machst. Und da gibt es viele Hebel, die wir ansetzen können. Zum Beispiel, wenn wir darauf achten, was uns überhaupt leicht fällt.

Leichtigkeit © Pixabay

FDH mal anders!

Kennst Du das, wenn Du mit Freundinnen oder Kollegen plauderst, und festgestellt wird, wem etwas leicht fällt und wem nicht? Bügeln zum Beispiel: es gibt Menschen, die lieben das. Und es gibt Menschen, die hassen das. Oder sogar putzen: es gibt Menschen, die das nicht belastend finden und andere zerbrechen an dem wöchentlichen Druck. Je stärker Du darauf achtest, was Dir liegt und was nicht, kannst Du aktiv darauf reagieren und ungeliebtes aus dem Leben verbannen. Delegiere doch einmal oder mach nur die Hälfte davon. Vielleicht kannst Du Dir auch mehr Dienstleistung einkaufen? Oder Du machst lästige Routinearbeiten nur noch halb so oft, denn oftmals haben wir sowieso einen völlig übertriebenen Perfektionsanspruch.

Lady Learn® Newsletter

Sichere dir jetzt das kostenlose E-Book mit unseren 100 besten Stärkungstipps für Power-Frauen!

Kostenlos anfordern

 

Mit Achtsamkeit beginnt alles!

Erst wenn wir selbst wissen, was uns leicht fällt, können wir die Schwere aus dem Leben verbannen. Neulich sprach ich mit einer Kollegin, die immer wieder die gleiche Hürde hat, da sie nicht gerne mit potenziellen neuen Kunden telefonieren mag, um zu sagen, dass sie wirklich gute Seminare gibt. Und stell Dir vor: sie hat es sich immer wieder Tag für Tag vorgenommen, obwohl es ihr so schwer fällt. Und dreimal darfst Du raten, wie erfolgreich sie damit war. Überhaupt nicht. Also hat sie immer weniger telefoniert und sich immer schlechter damit gefühlt.

Du willst mit dem Kopf durch die Wand? Warum nimmst Du nicht die Tür? Schwächen ausgleichen, aber nicht immer wieder gegen die Wand laufen. Tag für Tag. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit an Kunden zu kommen? Vielleicht kannst Du Dir lästige Routinearbeiten mit einer Freundin teilen? Vielleicht sprichst Du mit dem Chef, dass Du andere Aufgaben bekommst?

Weg mit den Superlativen!

Wenn einem ALLES zur Verfügung steht – so wie in unserer Konsumgesellschaft – kann das auch erdrückend sein und uns überfordern („der neue Stress“)! Wir wollen alles zu jeder Zeit: den größten Nutzen, den größten Effekt, die höchste Kapazität, den größten Spaß, den größten Erfolg, die besten Ergebnisse, die beste Freizeitgestaltung, das beste Aussehen, das meiste Geld, weil uns suggeriert wird, dass das sexy ist und uns erfolgreich macht. Was für eine Belastung! Hast Du nicht auch manchmal den Wunsch und die Sehnsucht, das eigene Leben zu entlasten und zu entschleunigen? Wie schön wäre es, wenn wir mehr Erleichterung erfahren und öfter mal „runterzukommen“ von Druck, Masse und Konsum. Sich loslösen von Dingen, Gewohnheiten, Menschen, Abläufen, Vergangenem etc. „Downshifting“ ist das schöne neudeutsche Wort dafür. „Weniger ist mehr“.

Schwerpunkte erleichtern unser Leben!

Schon kurios, dass in dem Wort „Schwerpunkte“ das Wort „schwer“ steckt und nicht „leicht“, wenn ich hier über Leichtigkeit spreche. Und dennoch, durch Schwerpunkte bekommt ein Thema Tiefe. Und Tiefe beinhaltet letztlich immer Qualität statt Quantität. Und genau das hilft uns, unser Leben am Ende des Tages deutlich leichter zu machen. Zum Beispiel, wenn wir weniger oberflächliche Bekannte treffen, sondern lieber gute Freunde. Das steigert unsere Zufriedenheit und unser Glücksgefühl, gibt uns Kraft und Halt. Oder sich mal die Zeit zu nehmen, mal wieder in Ruhe mit der Freundin lange zu telefonieren. Sich Zeit zu nehmen für Menschen, die uns wichtig sind, tut gut! Gegenstände und Kleidungsstücke, die uns nicht wichtig sind oder die wir nicht mehr brauchen, aussortieren/verkaufen/verschenken. Das schafft Raum „zum Atmen“ und macht frei.

5 Tipps, wie Du Dich freier und leichter fühlst

  1. Alltagsübung: Wenn Du an der Fleischtheke im Supermarkt stehst, dann antworte doch prinzipiell auf die Frage: „Darf es etwas mehr sein“ lieber mit „Nein danke, lieber etwas weniger.“
  2. Mach eine Entschlackungskur – aber nicht körperlich, sondern organisatorisch. Wo hat sich welche Schlacke festgesetzt? Und dann lass sie los, indem Du diese einfach verbannst.
  3. Welche Stundenzahl steht in Deinem Arbeitsvertrag und wie viele arbeitest Du wirklich? Weniger Arbeitsstunden bringen mehr Zeit für andere Dinge wie Sport, Freunde, Kultur, Lesen, Ausflüge, Ruhe finden, Garten etc. Achte auch auf Deine Prioritäten. Was ist wirklich wichtig, dringend oder eilig?
  4. Trainiere Dir gesunden Egoismus an, und sag auch mal Nein. Du musst nicht jede Einladung annehmen, nur um einen Gefallen zu tun.
  5. Runter vom Sofa: Weniger TV sehen, stattdessen mehr ins Kino gehen. Spaß und Gemeinsamkeit macht glücklich.

Alles Liebe,
Monica Deters

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/Ben White