Ein Beitrag von Renate Wernet.

„Die meisten Missverständnisse entstehen dort wo die Wahrheit unter den Teppich gekehrt wird. In unseren Partnerschaften und Familien wird nach außen so getan, als ob alles in Ordnung ist, obwohl es sich im Innern nicht gut anfühlt.“

Lebst du wirklich ein friedvolles Miteinander in deiner Familie oder meinst du nur, dass du es lebst? Eine spannende Frage, auf die es vielleicht im ersten Moment keine klare Antwort gibt. Deshalb möchte ich mit Dir das Thema einmal näher beleuchten.

 

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Bevor wir uns dem Frieden in der Familie zuwenden können, ist es sinnvoll zuerst einmal für uns zu klären was wir darunter verstehen. Auch wenn es dir seltsam erscheint und du denkst, Frieden ist doch Frieden, möchte ich dich bitten, erst einmal genauer hinzusehen.

Was verstehen Menschen überhaupt unter Frieden in der Familie?

Um mir ein Bild davon machen zu können, was Menschen mit Frieden in der Familie meinen können, habe ich sie einfach gefragt. Dabei bekam ich die unterschiedlichsten Antworten und ich wusste, dass es sich lohnt, dieses Thema etwas näher zu beleuchten.

Im folgenden einige Antworten:

Entspannt und in Ruhe alle gemeinsam am Tisch sitzen und essen.
Jeder räumt seine Sachen selber auf.
Meinen was man sagt.
Mehr zusammen machen.
Miteinander reden, wenn Unstimmigkeiten auftauchen.
Dass jeder jeden annimmt, wie er ist.
Meine Meinung sagen zu können ohne Angst zu haben, aufgefordert zu werden den Mund zu halten.
Am Sonntagmorgen am gedeckten Frühstückstisch zu sitzen.
Von der Arbeit nach Hause kommen und erst einmal meine Ruhe zu haben.

Allein an diesen wenigen Antworten kannst du die Vielfalt dessen erahnen, was Menschen mit Frieden in der Familie meinen. Häufig wissen wir Menschen aber vielmehr, was wir nicht wollen – das, was wir wollen, muss daraus dann erst erarbeitet werden. Wir wollen Dinge nicht wie:

Keine ewigen Diskussionen.
Ich nicht immer alles alleine machen muss.
Ich nicht alles tausend Mal sagen muss.
Meine Frau nicht an aller herum nörgeln würde.
Mein Mann nicht immer so gestresst ist.
Dieses ewige Gemotze beim Essen aufhören würde.
Die Kinderzimmer nicht ständig so unordentlich wären.

Familia © Fotolia

Missverständnisse können zu heftigen Streits ausufern

Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn solche Sätze ständig wiederholt werden? Genau, irgendwann werden sie einfach nicht mehr gehört und jeder macht so weiter wie zuvor. Vor allem jedoch wird sich mit solchen Sätzen kein Frieden in der Familie einstellen. Im Gegenteil der Unfriede wird langsam zunehmen. Und ich bin mir sicher jede/r Einzelne möchte im Grunde genommen Frieden, das haben sie mir allesamt bestätigt. Doch sie wussten nicht, wie sie es formulieren sollten, damit ihr Gegenüber auch weiß was sie meinen.

Du merkst schon, ganz oft sagen wir etwas ohne darüber nach zu denken, was wir wirklich sagen wollen und wundern oder ärgern uns, dass unser Gegenüber uns nicht versteht. In Wahrheit haben wir aber innerlich etwas ganz anderes gemeint als wir gesagt haben. So entstehen Missverständnisse, die, wenn sie nicht gelöst werden, zu heftigem Streiten ausufern können. Wir sagen und leben nicht das, was wir meinen und glauben allen ernstes, der oder die andere muss doch wissen, was wir gemeint haben. Wenn wir dann noch den anderen beschuldigen, weil er doch wissen müsste, was wir gemeint haben, ist der Familienfrieden vollends gestört. Doch wo kann die Lösung sein?

Die Klarheit beginnt in dir

Unsere Partner und Kinder sind wie sie sind und wir können an ihnen nichts verändern. Und das ist auch gut so. Stell dir einmal vor, jeder könnte an jedem herumdrehen und ihn formen wie er wollte. Für mich eine grausige Vorstellung. Obwohl ich mir selbst gegenüber auch eingestehen musste, dass ich den Wunsch oder sogar das Verlangen hatte, dem anderen meinen Willen aufzudrängen. Aber zum Glück funktionierte es nicht.
Wir müssen bei uns selbst schauen und unsere eigenen Hausaufgaben machen.

„Um genau das leben zu können, was ich meine, muss ich klar wissen, was ich meine.“

Solange du dir selbst unklar bist, was du in deiner Familie leben willst, welche Werte dir wichtig sind und was du mit diesen Werten verbindest, kann und wird sich an der Situation in deiner Familie nichts verändern. Also brauchst du Klarheit. Je klarer du selbst bist, desto klarer kannst du dich deiner Familie mitteilen und die Chance wirklich verstanden zu werden erhöht sich enorm. Dazu gibt es das E-Book „12 Grundlagen für dauerhaftes Familienglück“.

Neun Phasen, die du durchläufst um etwas was du meinst auch wirklich zu leben.

Alles beginnt mit einer Sehnsucht.
Du malst dir im Inneren aus, wie diese Sehnsucht aussieht. Du riechst, schmeckst, fühlst sie. Das braucht viel Zeit allein mit dir, um nach innen zu schauen.
Was brauchst du zur Erfüllung dieser Sehnsucht. Schreibe alles auf.
Dann begib dich auf die Suche nach all den Dingen, die du brauchst und besorge sie. Das können Menschen, Werte, ein passendes Umfeld sein.
Jetzt kommt die Umsetzung, das Formen. Nun beginnt die Arbeit im Außen, aber es ist immer noch nicht zu erkennen was es geben soll. Für die Außenwelt, die nicht weiß, was du vor hast ist alles noch unklar.
Es ist vollbracht, in Form gebracht, die Samen gepflanzt. Nun kommt die Ruhephase. Es gibt nichts zu tun als zu vertrauen, dass alles sich so entwickelt wie du es dir vorgestellt hast. Du lernst deiner Sehnsucht zu vertrauen und lässt dich von ihr führen.
Das Projekt, das Kind wird geboren. Jetzt erst kannst du das Produkt sehen. Deine Sehnsucht ist lebendig geworden.
Das Erschaffene genießen.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit im Außen. Ein Kind z.B. braucht jetzt ganz viel Zuwendung, Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe. Du lebst was du einst gemeint hast.

Wenn du jetzt ein bisschen überfordert bist mit diesen neun Phasen, und nicht genau weißt wie du sie für dich konstruktiv anwenden kannst darfst du mich gerne kontaktieren.

Jetzt möchte ich dich einladen, deine Familie einmal anzuschauen und dir die Frage zu stellen: „Meine oder lebe ich Frieden in meiner Familie?“

Alles Liebe
Renate – die familienmacherin

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/Andre Hunter