Ein Beitrag von Renate Wernet.

Gehörst du auch zu der Generation Frauen, die schon in der zweiten Lebenshälfte angekommen sind? Wunderbar! Und hast du auch noch einen oder sogar mehrere Träume? Dann heiße ich dich von Herzen Willkommen und sende dir eine liebevolle Umarmung. Auch ich gehöre dazu und finde das Leben jenseits der 50 richtig toll. Klar hat sich vieles verändert in den letzten 10 Jahren, doch wie heißt es so schön: „Nichts ist so beständig im Leben wie die Veränderung.“ Also habe ich mich entschlossen die Veränderungen zu genießen und mit ihnen zu gehen.

Die wohl bedeutendste Veränderung in meinem Leben war das Familienleben. Mit vier Kindern war immer etwas los in unserer Familie und Langeweile kannte ich nicht. Ich liebte es Mutter zu sein und ging ganz auf in meiner Mutterrolle. Über zwanzig Jahre meines Lebens dominierte dieser Teil. Und ich bereue keine Sekunde, denn ich sehe es als eine wunderbare Aufgabe für Kinder da zu sein und ihnen ein Zuhause zu geben.

Doch da gab es auch noch Träume und Sehnsüchte in mir, die bisher keinen Raum fanden, um gelebt zu werden.

Und genau diese klopften jetzt an.

Einmal mit freilebenden Delphinen im großen Ozean zu schwimmen.
Zeit für mich und meine Weiblichkeit zu haben.
Einmal nur das machen können, was ich will – ganz ohne Verpflichtung im außen.
Ein rotes Sport-Cabrio mit geilen Felgen zu fahren.
Auf der Bühne zu stehen und zu Menschen zu sprechen.
Ich träumte von einer Frau, die Sexualität, Freizeit, Arbeit und Familie mit einem Mann lebt.
Ein friedvolles Miteinander in der Familie wirklich zu leben.

Das sind meine wichtigsten Träume, die sich zeigten, während ich durch die Wechseljahre schlitterte. Wechseljahre zeigen uns an, dass ein Wechsel vor der Tür steht, der mit viel Klärung, Reinigung und Aufräumen zu tun hat. Denn die Träume und Sehnsüchte, die sich jetzt zeigen, lassen sich nicht mehr so einfach verdrängen. Sie fordern uns heraus, zwicken uns, endlich ist Zeit und Raum da, um die noch verborgenen Träume und Sehnsüchte ins Licht zu holen und sie zu leben. Ja, wir dürfen auch jenseits der 50 noch Träume und Sehnsüchte haben. Und wir haben sie auch, da bin ich mir ganz sicher. Nur manchmal wissen wir nicht wie wir mit ihnen umgehen sollen, weil wir so in unserer Alltagsroutine feststecken. Doch aus meiner eigenen Erfahrung gibt es Sehnsüchte, die sich immer wieder melden und sich einfach nicht auf Dauer verdrängen lassen. Und das ist auch gut so, denn unsere Sehnsucht führt uns zu neuen Ufern. Sie ist wie ein innerer Kompass, den wir zwar für eine Weile abstellen können, aber nie für lange Zeit.

Überzeugungen, die deine Sehnsucht ausbremsen

Meist entstehen Träume oder eben unsere Sehnsüchte schon in der Kindheit, nur werden sie oft nicht wahrgenommen. Sie werden uns ausgeredet mit folgenden Sätzen, die sich zu handfesten Überzeugungen in deinem Unterbewusstsein eingegraben haben:

Das schaffst du nie.
Dafür bist du viel zu klein, groß, dick, dünn, arm, reich usw. .
Bleib mal schön auf dem Boden.
Damit kann man kein Geld verdienen.
Das schaffen nur die Reichen.

Bestimmt kommen dir einige davon bekannt vor. Gerne darfst du sie ergänzen mit Sätzen, die du in deiner Kind- und Jugendzeit gehört hast. Ich wette mit dir, sie sind noch da. Das Schöne daran ist jedoch, sobald wir sie bewusst wahrnehmen, fangen sie schon an sich zu verändern. Wir müssen nicht alles glauben, was uns gesagt wurde und heute immer noch in unserem Kopf herumschwirrt. Die meisten Gedanken, die wir über den Tag verteilt denken haben mehr mit unserer Vergangenheit zu tun als mit dem gegenwärtigen Moment. Aber wir können den gegenwärtigen Moment nutzen, um uns unserer Gedanken bewusst zu werden. Sind sie uns bewusst können wir prüfen ob sie sich gut anfühlen oder eher nicht. Fühlen sie sich nicht gut an schauen wir einfach was sich stattdessen besser anfühlt und dann lenken wir unserer ganze aufmerksam zu den Gedanken die sich gut anfühlen.

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Unsere Überzeugungen wirken sich auf unsere Sehnsüchte meist nicht förderlich aus. Sie zeigen sich recht schnell, sobald am Horizont eine Sternschnuppe auftaucht, die uns daran erinnert wonach wir uns sehnen. Für einen kurzen Moment schwelgen wir in der Hoffnung, nun könnten sich unsere Träume doch noch erfüllen. Wir schließen die Augen und stellen uns vor was wir uns wünschen. Mit verträumten Blick schauen wir der Sternschnuppe nach und spüren unsere Sehnsucht wieder. Doch meist dauert es nur kurze Zeit bis die ersten alten Überzeugungen auftauchen und wir unsere Hoffnung schwinden sehen.

Gib deiner Sehnsucht eine Chance

Aus meiner Erfahrung ist die Zeit jenseits der 50 eine gute Gelegenheit sich noch einmal neu auf seine Träume und Sehnsüchte zu besinnen. Jetzt haben wir schon viel erlebt, viele Erfahrungen gesammelt und eine Menge durchgestanden. Die Kinder sind aus dem Haus, die Familie ist etwas geschrumpft und wir haben wieder mehr Zeit für uns selbst.

Wir können nun im alten Trott weitermachen oder wir geben unserer Sehnsucht eine Chance sich endlich zu entfalten. Bis auf zwei meiner Sehnsüchte, die ich oben aufgeführt habe, haben sich alle schon erfüllt. Und ich bin mir sicher auch die anderen beiden und all die neuen Träume, die sich noch zeigen, gehen in Erfüllung. Sobald wir unseren Träumen und Sehnsüchten eine Chance geben und wir unsere Aufmerksam mehr auf sie richten, gibt es keinen Halt mehr. So erlebe ich das jedenfalls.

Deine Träume mit der Familie erfüllen

Bestimmt einer meiner größten und wichtigsten Träume war und ist es, ein friedvolles Miteinander in unserer Familie zu leben. Mit der Erschaffung „der familienmacherin“ hat sich in unserer Familie wirklich eine große Wandlung vollzogen, die sich stets weiter entwickelt. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass Träume wahr werden können, wenn sie wirklich von Herzen kommen. Auch den Traum vom roten Sport-Cabrio erfüllte ich mir, genau in dem Moment als meine Kinder aus dem Haus waren und ich die „Familienkutsche“, wie ich sie damals nannte, abgeben konnte.

Traum © Renate Wernet

Wir redeten miteinander statt aneinander vorbei.

Doch das, für mich, entscheidendste bei der Erfüllung dieses Traumes war, dass er in Verbindung mit meiner Familie geschah. Mein ehemaliger Mann und ich saßen an einem Tisch und gemeinsam suchten wir das passende Auto für mich. Das war ein bewegender Moment, als ich spürte was für eine tiefe Verbindung zwischen uns beiden ist wenn wir uns wirklich aufeinander einlassen. Plötzlich fand unsere Kommunikation auf Augenhöhe statt, wir fühlten uns beide gesehen. Wir redeten miteinander satt aneinander vorbei. Doch was es brauchte damit wir uns so begegnen konnten kannst du hier lesen.

Miteinander reden statt diskutieren

Wir müssen an unsere Träume glauben, sie nähren und mit liebevollen Gedanken füllen damit sie sich auch erfüllen können. Und wir müssen dann auch den Mut aufbringen die nötigen Schritte zu tun. Einer der wichtigsten Schritte ist, auf den anderen zugehen und mit ihm zu kommunizieren. Gerade in Familien ist es an der Zeit mehr MITEINANDER zu reden statt endlose Diskussionen über Dinge zu führen, die schon vorbei sind.

Nun wie sieht es bei dir aus?
Was für Träume hast du, die sich immer und immer wieder zeigen?
Welcher Traum will dich verführen?
Bist du bereit, deine Familie mit in deine Träume einzubeziehen?

Ich möchte dich ermutigen auch jenseits der 50 noch zu träumen oder wenn du es verlernt hast wieder neu zu beleben. Die Chancen für die Erfüllung deiner Träume standen noch nie so gut wie JETZT – als worauf wartest du noch?

Dazu fällt mir ein Spruch ein, den ich auf einer Karte gelesen habe:
„Alles was du suchst, sucht bereits auch dich.“
„Alles wonach du dich sehnst, sehnt sich bereits auch nach dir.“

Herzlichst
Renate – die familienmacherin

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/ Andreas Wagner