Ein Beitrag von Monica Deters.

Vor über 30 Jahren bin ich als sehr junge und flippige Frau mit meiner Freundin Frauke völlig spontan und unüberlegt für 14 Tage nach Griechenland getrampt. Ja, Du hast richtig gelesen – getrampt. Natürlich darf man das heutzutage keinem mehr erzählen, denn jeder weiß, wie gefährlich trampen ist. Nicht nur damals, sondern besonders heute… Aber wir waren jung und brauchten den Kick. Es war sowieso gerade die verrückteste Zeit meines Lebens. Doch kurz danach haben sich unsere Wege getrennt, weil jedes Leben plötzlich anders spannend wurde. Und dann…

Nach 25 (!) Jahren Funkstille erhalte ich per Facebook aus heiterem Himmel eine „persönliche Nachricht“ von eben dieser Freundin, die mich hier „wiedergefunden“ hat. Na, allein dafür hat es sich in jedem Fall gelohnt, sich vor einigen Jahren durch die Untiefen des Internets zu einem eigenen Profil durchzuklicken.

Die Neuen Medien begleiten uns Tag für Tag

Auf der einen Seite bin ich ein totaler Fan von so viel Entlastung, Schnelligkeit und Zeitersparnis und nutze die neuen Medien in meinem Beruf intensiv, auf der anderen Seite sehe ich natürlich auch die Nachteile, die solche neuen Möglichkeiten mit sich bringen: mangelnder Datenschutz, Informationsflut, Stromabhängigkeit oder einfach dem „Nicht-mehr-wegkommen-vom-Endgerät“.

Die neuen Medien sind ja so viel mehr, als nur die sozialen Netzwerke. Alles, was heutzutage Daten speichern kann oder gespeichert hat, sind neue Medien. Egal in welcher Form, also z.B. E-Mail, DVD, Handy oder gar programmierte Brillen mit eingebautem Computer (!), usw. Ziemlich skurril finde ich auch solche Entwicklungen wie „Freiflächenheizungen“: sogenannte Netze unter Bürgersteigen und Fußwegen, die automatisch bei Schnee und Glatteis alles zum Schmelzen bringen, was auch nur ansatzweise auf ihnen liegen bleiben will.

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Früher war doch alles besser, oder?

Doch noch schlimmer ist der „sprechende Kühlschrank“, der mit einer Diät App doch tatsächlich so programmiert werden kann, dass er mir sagt: „Du hast heute schon 1468 Kalorien zu Dir genommen. Willst Du das wirklich auch noch essen?“. Eine einzige Horrorvision! Dann sind wir auch sicher bald so weit, das ein Kühlschrank nur deshalb neu gekauft wird, weil er das neue Software Update nicht mehr unterstützt und nicht weil er kaputt ist. Ich möchte bitteschön SELBST entscheiden, wann ich was einkaufe und nicht, weil mein Kühlschrank es mir vorschreibt!

Dennoch bin ich ein großer Fan von Fortschritt. Als früher die Eisenbahn entwickelt wurde oder die Industrialisierung begann, ist genau das Gleiche passiert wie heute: die Welt hat sich rasant verändert. Wir 50er sind eine Generation, die noch die „alte „gemütliche“ Welt kennt und sich an Pril-Blumen, Käse-Igel und Bonanza erfreut hat. Wir kennen noch Wörter wie „Sendeschluss“, „Bandsalat“ und „Wählscheiben“.

Und ja, wir haben noch bei Tropfkerzen auf bauchigen Lambrusco-Flaschen unsere alten Jeans gebatikt. Natürlich immer mit einer frisch sitzenden Dauerwelle und blonden Strähnen und leckeren Treets oder Leck-Muscheln. Bei uns gab es noch bunte angenähte Borten an den Schlaghosen, während wir die unfassbar hässlichen und psychodelischen Muster-Tapeten anstarrten und ABBA oder Sweet hörten, die wir noch eigenhändig mit dem Mikrofon vor dem Fernseher liegend aus der Sendung „Disco“ aufgenommen haben – inklusive der natürlich schnell abgewürgten Stimme unserer Mutter: „Das Essen ist f…“…knacks.

Medien © Pixabay

Soziale Medien als Werkzeug – Einen Stift lässt Du auch nicht liegen

Aus meiner Sicht sind die neuen Medien ein Werkzeug. Die Verwendung ist so individuell wie der Gebrauch eines Stiftes. Was wir mit diesem Stift machen, hängt von uns ab! Schreiben wir nur eine kleine Notiz, schreiben wir ein ganzes Buch oder malen wir kreativ ein Bild. Hauptsache wir lassen ihn nicht links liegen, denn ich glaube, dass es heutzutage wichtig ist, solche Wörter zu kennen, wie „QR-Code“, „Cookies“ oder „Hashtag“. Ich finde, wir sollten den Nachrichtensprecher verstehen, wenn er am Ende einer Sendung sagt: „Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webpage zum Streamen sowie in einer unserer Gadget-Apps.“ Ansonsten verlieren wir ziemlich schnell den Anschluss.

Damit Du den Anschluss eben nicht verlierst, hier meine 5 Tipps für eine Annäherung an die neuen Medien.

Tipps für eine Annäherung an die neuen Medien:

  1. Stell Dich der Entwicklung
    Nimm den rasanten Fortschritt an und bleib offen für Neues.
  2. Nicht jeder braucht Facebook oder Twitter
    Überleg pro-aktiv genau, welche Medien Du nutzen möchtest und welche nicht. Du hast die Wahl.
  3. Verliere nicht den Anschluss
    Mache doch einfach einen Kurs über neue Medien an der Volkshochschule oder bei anderen Anbietern oder lies etwas darüber.
  4. Reglementiere den Einsatz
    Die Mischung macht’s: Sorge für ein bewegtes, abwechslungsreiches und angenehmes Privat- und Berufsleben.
  5. Sprich mit jungen Menschen
    Frag so viel Du kannst. Dies hat zwei Effekte: Du lernst und die Jugend freut sich über Dein Interesse.

Alles Liebe,
Monica Deters

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/