Ein Beitrag von Diana Klünner.

Die Wahl des Wunschberufs

Das Thema Ausbildung ist im Augenblick wieder für Schüler und Ausbildungsbetriebe gleichermaßen top aktuell. Die Schülerinnen und Schüler, die entschieden haben ab September 2016 eine Ausbildung zu beginnen und bislang keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, stehen unter Druck. Außer der Suche nach dem geeigneten Berufsbild und dem passenden Ausbildungsplatz, befinden Sie sich zudem mitten in den Abschlussprüfungen, sei es nun in der Hauptschule, der (Werk-)Realschule oder dem Abitur.

Die Suche nach dem ganz persönlichen Wunschberuf fällt den Jugendlichen aus einer ganzen Reihe von Gründen schwer. Zum einen müssen die zwischen 15-(!) und 18-jährigen oftmals die erste große Entscheidung für sich selbst treffen. Bislang musste man sich höchstens über die Wahl des Handycovers Gedanken machen und nun soll man sich entscheiden, in welchem Beruf man die nächsten 3 Jahre ausgebildet wird? Erschwert wird die Wahl dann noch durch Meinungen Dritter, die nicht selten von Vorurteilen und falschen Vermutungen belastet sind. Wenn dann noch falscher Stolz der Eltern („Mein Kind muss studieren!“) oder die allgemeine Vorverurteilung von bestimmten Berufsfeldern („In sozialen Berufen verdient man nichts!“) hinzukommt, sind die zukünftigen Azubis vollkommen verunsichert.

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Unterstützen Sie Ihr Kind

Wie können die Fachkräfte der Zukunft also in ihrer Wahl unterstützt werden? Wichtig ist sicherlich die Agentur für Arbeit mit ihrer Berufsberatung, die auf die Jugendlichen eingeht. Praktika werden absolviert, Beratungszentren, Messen und Ausbildungsbetriebe werden als Teil des Unterrichts besucht. Die Jugendlichen werden so auf das Berufsleben eingestimmt. Vor allem aus theoretischer Sicht wird den Kids hierbei viel mitgegeben, was der Entscheidungsfindung dienlich ist.

Geht es allerdings darum auf jeden Einzelnen explizit einzugehen, kommt diese Art der Berufsberatung durch Schule und Agentur für Arbeit an ihre Grenzen. Oftmals wird anhand der Noten einen Rückschluss auf die zukünftigen beruflichen Neigungen gezogen. Sprachbegabte Kinder arbeiten später im Büro usw. Jetzt spreche ich als Expertin auf dem Gebiet Berufsberatung und als Mutter eines 14-jährigen Schülers, der gerade selber am Anfang des Entscheidungsprozesses steht. Ich kann nur alle betroffenen Eltern dazu animieren, sich mit ihren Kindern jede Menge Zeit zu nehmen um ihre Kinder für deren Zukunft zu helfen. Sich auf die Wünsche und Sichtweisen der Kinder einzulassen, deren Motivation zu analysieren und Wertneutral zu bleiben. Den Kindern Rückhalt zu geben, dass sie nicht wirklich eine falsche Entscheidung treffen können, egal für was sie sich entscheiden. Viel wichtiger ist ihnen aufzuzeigen, dass es immer Lösungen gibt. Dass sie mutig sein dürfen, um etwas auszuprobieren. Hier geht es um den Blick über den Tellerrand hinaus, so kann beispielsweise aus einem Maurer-Lehrling, über den zweiten Bildungsweg, in weiterer Folge ein erfolgreicher Architekt werden. Das Ergebnis liegt immer an der Motivation eines Einzelnen. Es geht auch um die Sensibilisierung der Fachkräftethematik. Wir haben viele Berufsbereiche, in denen uns die Fachkräfte heute schon fehlen, bzw. in denen wir wissentlich in einen Mangel kommen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, die regionale Arbeitsmarktbeschaffenheit zu analysieren und was das Kind und die Familie bereit ist für die Ziele des Kindes in Kauf zu nehmen. Dadurch das wir heute so viele Möglichkeiten haben, ist der Aufwand an tatsächlicher Beratung gewaltig gestiegen.

Es gibt vieler Orts bereits Kollegen die sich ebenfalls auf die Beratung von Schülerinnen und Schülern mit deren Familien konzentrieren, um die fachliche Expertise in das wichtige Thema „Ausbildung heute“ mit einzubringen. Ich wünsche allen Familien und zukünftigen Azubis viel Erfolg, bei der Umsetzung Ihrer Ziele.

Herzliche Grüße, Diana Klünner

 

Bildquelle Titelbild: © Unsplash.com/ Dawid Małecki